Stuttgart will bis 2035 klimaneutral heizen; wo kein Wärmenetz liegt, gilt die Wärmepumpe als Standardlösung. Laut städtischer Befragung planten 2022 bereits 15 Prozent der Gebäudeeigentümer eine Photovoltaikanlage, drei Prozent hatten eine Wallbox. Alle drei Vorhaben hängen am selben Punkt: dem Zählerschrank und den Leitungen dahinter. Deshalb sollte in Stuttgart vor dem Heizungsangebot ein Elektro-Check stehen.
Warum die Prüfung vor der Heizung kommt
Eine Wärmepumpe braucht einen eigenen Drehstromkreis, in der Regel die Anmeldung als steuerbarer Verbraucher bei Stuttgart Netze und eine Hauptleitung, die den zusätzlichen Strom auch trägt. In einem Reihenhaus aus den 1950ern in Rot oder Giebel ist die Hausanschlussleitung dafür häufig zu schwach. Wer das erst nach dem Heizungskauf erfährt, plant zweimal.
Was der Check in einem Haus von 1965 findet
Die Baualtersklasse 1949 bis 1978 dominiert den Stuttgarter Bestand, 49 Prozent der Wohngebäude gelten als umfassend sanierungsbedürftig. Typische Befunde: Schraubsicherungen ohne Fehlerstromschutz, zweiadrige Leitungen in Teilen des Hauses, Verteilungen ohne Platz für neue Automaten, ein Potentialausgleich, der nie fertig gebaut wurde, und Abzweigdosen ohne Deckel mit brüchigen Lüsterklemmen. Nichts davon sieht man von außen.
Was konkret gemessen wird
Der Elektriker besichtigt die Anlage, misst den Isolationswiderstand jedes Stromkreises, die Schleifenimpedanz an den Steckdosen, die Durchgängigkeit des Schutzleiters und die Auslösezeit vorhandener FI-Schalter. Grundlage ist DIN VDE 0105-100 für wiederkehrende Prüfungen; das Ergebnis ist ein Protokoll mit Mängelliste, nach Dringlichkeit sortiert. Daraus ergibt sich die Reihenfolge: erst Schutzleiter und FI, dann Verteilung, dann Wärmepumpe.
Vermieter, Eigentümergemeinschaft, Hausverwaltung
Für Wohnungen schreibt kein Gesetz einen festen Prüfrhythmus vor, aber Vermieter haften für den sicheren Zustand der Anlage. Bei Mieterwechsel, nach Wasserschäden und vor dem Verkauf ist der Check der übliche Nachweis. Eigentümergemeinschaften lassen Treppenhaus, Keller und Hausanschluss gemeinsam prüfen – in Stuttgart, wo die Hälfte der Wohngebäude Mehrfamilienhäuser sind, der häufigste Auftrag.
Betriebe: DGUV Vorschrift 3
Für Büros im Synergiepark, Werkstätten am Hafen oder Gastronomie in Bad Cannstatt gilt die DGUV Vorschrift 3: ortsfeste Anlagen und ortsveränderliche Geräte müssen regelmäßig durch eine Elektrofachkraft geprüft und dokumentiert werden; den Abstand legt die Gefährdungsbeurteilung fest. Die Berufsgenossenschaft fragt im Schadensfall zuerst nach diesem Protokoll.
Seibel365 vermittelt den Elektro-Check und die anschließende Nachrüstung an Partner-Elektriker aus Stuttgart und dem Umland – mehr unter Elektroinstallation.



