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Erneuerbare Energien

Photovoltaik in Stuttgart: Kessel, Hang oder Filder – welches Dach sich rechnet

Talkessel, Halbhöhe oder Filder: Wo Solarstrom in Stuttgart am meisten bringt und was anzumelden ist.

3 Min. Lesezeit

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach im Abendlicht

Stuttgart liegt weit im Süden, und das zeigt sich an der Einstrahlung: Ein nach Süden geneigtes, unverschattetes Dach erreicht im Stadtgebiet grob 950 bis 1.050 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak und Jahr – mehr als in den meisten deutschen Großstädten. Die Frage lautet hier deshalb weniger „ob“ als „wo“, denn zwischen Talkessel und Filderhochfläche liegen rund 200 Höhenmeter und sehr verschiedene Dächer.

Drei Lagen, drei Ausgangspunkte

Im Kessel stehen die Gründerzeithäuser des Westens, in Heslach und am Stöckach dicht an dicht: steile Dächer mit Gauben, häufig nach Ost und West ausgerichtet, verschattet vom Nachbarhaus und vom Hang dahinter. Ost-West liefert weniger Mittagsspitze, dafür einen gleichmäßigeren Tagesverlauf. In der Halbhöhenlage entscheidet der Hang selbst: Ein Südhang gibt dem Dach die Sonne, ein Nordhang nimmt sie. Auf den Fildern – Sillenbuch, Birkach, Plieningen – stehen Ein- und Reihenhäuser mit freiem Horizont; dort funktioniert eine Anlage rechnerisch am einfachsten.

Selbst verbrauchen, nicht verkaufen

Selbst genutzter Solarstrom ersetzt den vollen Bezugspreis, eingespeister bringt nur die Vergütung. Legen Sie Waschmaschine, Spülmaschine und gegebenenfalls die Wallbox in die Mittagsstunden. Ein Speicher verschiebt den Ertrag in den Abend und hebt den Eigenverbrauchsanteil eines Einfamilienhauses meist von rund 30 auf 60 bis 70 Prozent. Wer tagsüber im Homeoffice in Vaihingen sitzt, braucht dafür weniger Speicherkapazität als eine Familie, die erst abends heimkommt.

Steckersolar für Mieter

Die Hälfte der Stuttgarter Wohngebäude sind Mehrfamilienhäuser. Für die Mietwohnung bleibt das Steckersolargerät: bis 800 Watt Wechselrichterleistung, Eintrag nur noch im Marktstammdatenregister, Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft für die Montage am Geländer. Ein Südbalkon über dem Kessel ist ideal, ein Nordbalkon im Schatten des Hangs lohnt kaum.

Solarpflicht, Denkmalschutz, Anmeldung

Baden-Württemberg verlangt bei Neubauten und grundlegenden Dachsanierungen ohnehin eine Solaranlage. In der Cannstatter Altstadt, rund um die Weißenhofsiedlung und bei vielen Villen der Halbhöhe redet dagegen der Denkmalschutz mit – vorher bei der Stadt nachfragen. Jede Dachanlage wird bei Stuttgart Netze angemeldet und im Marktstammdatenregister eingetragen; der Netzbetreiber setzt einen Zweirichtungszähler. Laut städtischer Befragung hatten 2022 erst neun Prozent der Wohngebäude eine Anlage, 15 Prozent planten eine. Engpass ist oft der Zählerschrank, weil Verteilungen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren keinen Platz für Zähler und Überspannungsschutz bieten.

Zählerplatz, Wechselrichteranschluss und Abnahme gehören in die Hand eines Elektrofachbetriebs. Seibel365 vermittelt dafür Partner-Elektriker aus Stuttgart und dem Umland – Details unter Elektroinstallation.

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