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Elektro-Wissen

FI-Schalter: Drei Stellen im Stuttgarter Haus, an denen er über Sicherheit entscheidet

Keller am Hang, Außensteckdose, Altbau-Bad: Warum der FI in Stuttgart oft fehlt und wie er nachgerüstet wird.

3 Min. Lesezeit

Geöffneter Sicherungskasten mit FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschaltern in einer Wohnung

Rund 71 Prozent der Stuttgarter Wohngebäude stammen aus der Zeit vor 1978. Das ist keine Zahl für Sanierer allein, sondern eine Aussage über Sicherungskästen: Ein Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI oder RCD, war damals weder für Steckdosen noch fürs Bad vorgeschrieben. Erst 1984 kam die Pflicht für Badsteckdosen, seit 2007 gilt sie für die Steckdosenstromkreise der ganzen Wohnung. Dazwischen liegt der Großteil des Stuttgarter Bestands.

Das Prinzip: Hinweg und Rückweg

Der FI vergleicht den Strom, der über die Außenleiter in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem, der über den Neutralleiter zurückkommt. Fehlt etwas – weil Strom über einen Menschen oder ein feuchtes Gehäuse zur Erde abfließt –, trennt er bei 30 Milliampere Differenz in Sekundenbruchteilen ab. Schraubsicherung und Leitungsschutzschalter reagieren auf solche Ströme gar nicht; sie schützen die Leitung, nicht die Person.

Stelle 1: Der Keller am Hang und im Neckartal

Hanghäuser in Degerloch oder Botnang haben Kellerebenen, deren Rückwand im Erdreich steckt; im Neckartal zwischen Bad Cannstatt und Hedelfingen drückt bei Starkregen Wasser aus der Kanalisation zurück. Feuchte Wände, Waschmaschine, Werkbank und Heizungspumpe auf engem Raum – genau hier entstehen Fehlerströme am ehesten. Löst der FI nach einem Regentag aus, ist das kein Defekt, sondern sein Zweck.

Stelle 2: Terrasse, Garten, Außensteckdose

Rasenmäher, Teichpumpe, Lichterkette am Geländer der Stäffele: Alles, was draußen hängt, gehört auf einen FI-geschützten Stromkreis. Bei nachträglich gezogenen Außenleitungen aus den 1970ern fehlt er regelmäßig. Ein steckbarer Zwischen-FI ist die Übergangslösung, nicht der Ersatz für die Nachrüstung.

Stelle 3: Das Bad in der Vorkriegswohnung

In den Gründerzeithäusern des Westens, in Heslach und am Stöckach wurden Bäder oft nachträglich in ehemalige Kammern eingebaut: zweiadrige Leitungen ohne eigenen Schutzleiter, Steckdose neben dem Waschbecken, Durchlauferhitzer aus den 1980ern. In solchen Anlagen mit klassischer Nullung lässt sich ein FI nicht einfach einbauen – meist muss der Stromkreis neu verlegt werden. Deshalb suchen Elektriker in diesen Wohnungen zuerst nach grün-gelben Adern.

Prüftaste, Auslösen, Nachrüsten

Die Taste mit dem T löst den Schalter absichtlich aus – zweimal im Jahr drücken, etwa bei der Zeitumstellung. Fällt der FI im Alltag: alle Geräte des Stromkreises abstecken, FI einschalten, Geräte einzeln wieder anschließen; das schuldige Gerät meldet sich. Lässt er sich gar nicht einschalten, liegt der Fehler in der festen Installation. Nachrüsten heißt im Nachkriegshaus meist mehrere Schalter für Bad, Küche, Keller und Außenbereich statt eines einzigen, damit nicht das ganze Haus dunkel wird.

Für Fehlersuche und Nachrüstung vermittelt Seibel365 Partner-Elektriker aus Stuttgart und dem Umland, auch als Elektriker Notdienst – Hintergründe zur Hauselektrik.

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